Thought of the day 05/06/2020: Wie kannst du da noch trauern, meine Seele?

 

Ich glaub, ich jammere zu viel... Natürlich, die Sorgen unserer Leben sind nicht zu unterschätzen, aber ebenso können wir die Gutheit des Lebens nicht überschätzen. 

Wenn die Ereignisse wie ein Blitz nach dem anderen einschlagen und kein Ende in Sicht ist, wenn sich alles stapelt und man eigentlich meinen müsste, gleich zusammenzubrechen, aber keine Zeit dazu hat, merkt man da nicht, wie viel man selbst eigentlich ertragen kann? Wie nichtig diese kleinen Dinge sind, wenn man sie einreiht in die Geschehnisse der ganzen Welt, oder auch  nur die des eigenen Lebens. Wenn einmal wirklich etwas passiert, wenn man sich mit Dingen konfrontiert sieht, mit denen man nie gerechnet hätte und mit denen man nie klarzukommen gemeint hätte, ist alles, was zuvor so heftig schien, so klein... 

Was ist schon eine Prüfung? Was machen schwache Nerven oder eine schlaflose Nacht aus? Was ist Hunger? Was ist ein schmerzendes Bein? Was sind schon Dehnungsstreifen? Was juckt es uns, dass uns jemand nicht ausstehen kann? Es gehört doch alles dazu. Solange unser Herz schlägt, ist Gottes Plan am funktionieren. Wie sinnlos oder schrecklich oder traurig oder beängstigend die Tage auch scheinen, sie gehören dazu zu unserer Reise nach vorn und schließlich nach oben.

Über alles, was uns begegnet, dürfen wir unsere kleine "Mission Possible" nicht vergessen. Unsere Anwesenheit in der Welt ist kein Zufall; kein Tag vergeht, an dem wir nicht zu einem Zweck auf der Erde sind.  Das Kompliment, das wir der Frau vor uns an der Kassa machen, das Gespräch mit unseren mitgenommenen Mitbewohnern... Vor allem aber einfach das Lächeln, das wir den Menschen auf der Straße schenken. Wenn wir Liebe in unseren Herzen tragen, lässt das die Welt nicht unverändert. Die Welt ist mehr als nur Materie; sie weiß, wenn jemand lebt, der liebt. Sie wurde ja von der Liebe selbst geschaffen. 

Jeden Moment also, den wir erleben, jede Art von Moment, können wir von weit, weit weg anschauen und zu ihm sagen: du liegst in Gottes Hand. Und von dieser Distanz können wir dann vielleicht für einen  kurzen Moment das Bild erkennen, das der Künstler perfekt malt mit allen Strichen und Stupfern, die allein betrachtet unscheinbar und blöd aussehen, im Ganzen aber einen unumgänglichen Teil ausmachen.