Thought of the day 12/01/20: Geschwätz

Ich habe diese Woche wieder so etwas gelernt, was ich schon lange wusste, aber nie davon betroffen war und darum nicht wirklich das Ausmaß begriffen hab: Wenn jemand über jemand anderes schlecht redet, über den man selbst nicht alles weiß, sollte man stockstumm bleiben und sich zu keinem Wort verleiten lassen. Zu einem guten Wort, ja, vielleicht, aber auf keinen Fall zu einem schlechten oder auch nur leicht zweifelnden und herablassenden. Und das ist schwer. Ganz besonders, wenn jemand redet, den man kennt und dem man vertraut und glaubt. Ich wurde sozusagen "gewarnt". So gesehen hatte die Person ein gutes Recht, mir Dinge über andere Leute zu erzählen. Mich allein traf die Schuld: Ich habe nicht nur zugehört, sondern, wenn auch sehr, sehr wenig, noch "Holz nachgelegt". Und keine fünfzehn Minuten später fand ich mich in einer Situation, die ALLES erklärte. 

So oft hören wir das: Nicht über andere lästern. Das ist ja unchristlich. Aber manchmal kommen wir in Situationen, da es schwierig ist, überhaupt festzustellen, was denn nun lästern ist und was noch nicht. Deswegen habe ich für mich herausgefunden, dass es besser ist, ganz und gar den Mund zu halten, wenn über andere einfach 'geredet' wird. Auch wenn es auf Kosten des Gesprächs geht; soll es doch abbrechen durch unsere Stummheit, oder soll der andere doch den Monolog weiterführen. Solange man nicht sicher ist, lieber nichts sagen. Sonst schaut man hinterher schnell blöd aus der Wäsche. Ja, lieber sogar die "Aha"s und "Wirklich?"s und "Ok"s unterlassen. Nichts kann zerstören wie falsche Vermutungen und Geschwätz. Das streut Feindschaft und Unbehagen unter allen Beteiligten, unter den Schwätzern, den Beschwatzten und allen Leuten dazwischen. Wie viel Uneinigkeit könnte sich langsam von selbst aus der Welt schaffen, wenn nur jeder die negativen Gedanken in sich selbst vernichten würde- und dann auch danach handeln würde! Das verlangt eine große Portion Selbstüberwindung- es verlangt Vergebung. Natürlich kann man die Geschichte nicht ausradieren und etwaige Ungerechtigkeiten. Aber nichts ist es wert, sich nicht mehr gegenseitig aufrichtig in die Augen schauen zu können. Wie oft sind es sogar falsche Vermutungen, die einen Keil zwischen uns Menschen schlagen. Falsche Annahmen, vielleicht veraltete, die schon lange nicht mehr richtig sind! Besonders, wenn Uneinigkeiten schon lange bestehen, ist es schnell passiert, falsche Dinge zu verbreiten, denn wie viel passiert allein in einem Tag, das uns Menschen verändern kann!